Labor statt Paragraphen
Dass Kreativität längst zum Politikum geworden ist, spiegelt sich in den Beratungstätigkeiten des ZCCE. «Unsere Brückenfunktion zwischen Kultur, Wirtschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft sehen wir als eine zentrale Aufgabe», erklärt Eva Pauline Bossow, Managing Director des ZCCE. Nebst Aufträgen für die Internationale Arbeitsorganisation und den Europarat bearbeitet das Kompetenzzentrum derzeit auch ein kulturpolitisches Projekt der Stadt Zürich.
Im «Labor für neue Formen der Kulturförderung» sind ungewohnte Wege und Experimente explizit erwünscht, um Antworten auf die kulturpolitischen Herausforderungen der Gegenwart zu finden. «Wenn wir über die Zukunft der Wirtschaft, die Entwicklung von Werten oder die Beschreibung von Wertschöpfungsdimensionen nachdenken, spielen Grössen wie Design, Storytelling und Community Building eine zentrale Rolle», so Martel.
Analysen von Praktiken und Prozessen ausgewählter Organisationen verhelfen zu sehr präzisen, aber nicht generalisierbaren Einblicken. Im Kontrast dazu zeichnen Auswertungen amtlicher Statistiken ein eher grobes, aber fortschreibungsfähiges Gesamtbild: Beispielhaft zeigt dies der Creative Economies Report, den das ZCCE regelmässig herausgibt.
«Zooming-in und Zooming-out wechseln sich in unserem Forschungsprozess ab. Gleichzeitig vervielfachen sich durch die Digitalisierung die Datenquellen. Es ist vital für uns, in Bereichen wie Web Data, Open Street Map oder der Echtzeitanalyse von Social-Media-Daten auf der Höhe der Zeit zu sein», folgert Martel.